Frequently Asked Questions Standard SNBS

 

FAQ als PDF zum Download


Neue Einträge sind mit einem * markiert! (Stand Januar 2014)
Neue Einträge im April 2014 sind mit zwei ** markiert! 

* Allgemein

Warum muss man sich registrieren, um die Beurteilungstools downloaden zu können?

Dank der Registrierung können sämtliche Personen die das Beurteilungstool heruntergeladen haben über Änderungen, Korrekturen oder Neuerungen direkt informiert werden. Dies ermöglicht es den Nutzenden, immer mit den aktuellsten Unterlagen zu arbeiten. 



* Wie können nur Teilbereiche von Tabellen ausgedruckt werden?

Der gewünschte Teilbereich einer Tabelle ist entsprechend zu markieren und anschliessend über „Auswahl drucken“ separat auszudrucken. Es muss einfach sichergestellt sein, dass nur ein Register aktiv ist.



* Beim Bearbeiten des Excel-Tools tritt immer wieder die Fehlermeldung „Schreibgeschützt“ auf. Benötigt man ein Passwort zur Bearbeitung? Und wenn ja, wie lautet das Passwort?

Für die Bearbeitung wird kein Passwort benötigt. Klickt man jedoch auf eine Zelle, die nicht für eine Eingabe vorgesehen ist und bearbeitet werden darf, erfolgt der Hinweis „Schreibgeschützt“. Sollte dennoch eine Zelle nicht ausgefüllt werden können, melden Sie den Fehler dem NNBS. Für die Pilotphase können auch mittels Bewertungsblatt Informationen hinterlegt werden.



* Welcher Bauwerkstyp muss für einen Neubau, eine Sanierung oder ein Bestandsgebäude eingetragen werden und wie sieht die Anwendbarkeit gemäss Kriterienkatalog aus?

Neubau
im Excel-Tool gilt Bauwerkstyp: „Neubau“
im Kriterienkatalog gilt die Anwendung: „Neubau“
Sanierung
im Excel-Tool gilt Bauwerkstyp: „Sanierung“
im Kriterienkatalog gilt die Anwendung: „Neubau“
Bestand
im Excel-Tool gilt Bauwerkstyp: „Sanierung“
im Kriterienkatalog gilt die Anwendung: „Bestand“

Die Anwendbarkeit der Indikatoren im Reiter „Übersicht“ wird entsprechend gesteuert.



* Wenn in einer Frage oder Teilfrage eine absolute Forderung für das Gebäude gestellt wird, muss dann zu deren Erfüllung immer 100% erreicht werden, um die Frage mit Ja zu beantworten?

Werden Fragen oder Teilfragen zu 80% erreicht, gelten sie als erfüllt. (Anwendung der 80/20%-Regel analog MINERGIE-ECO).



* Genereller Umgang mit mehreren Bauobjekten:
Wie soll vorgegangen werden, wenn ein Projekt aus mehreren Baukörpern oder Nutzungstypen besteht? Bei mehreren Indikatoren müssen Werte für Bauteile eingegeben werden, die bei mehreren Gebäuden unterschiedlich sein können. 

Das Tool deckt nicht alle Varianten von Bauvorhaben ab. Müssen die Baukörper oder verschiedene Nutzungen eines Projektes einzeln mit Berechnungen nachgewiesen werden, (z. B. Wärme, Tageslicht, Graue Energie etc.) können die unterschiedlichen Werte anhand der dazugehörigen EBF oder Bauteilfläche gewichtet werden. Aus den verschiedenen gewichteten Werten wird der Mittelwert gebildet und als Antwort in das Beurteilungstool eingegeben.
Beispiel: Gebäude A 60% Tageslichtnutzung mit 3‘000 m2 EBF und Gebäude B 62% Tageslichtnutzung mit 4‘500 m2 EBF
-> 60 x 3‘000 / (3‘000+4‘500) + 62 x 4‘500 / (3‘000 + 4‘500) = 24 + 37.2 = 61.2



* Wenn ein Indikator aufgrund der Phase oder eigener Übersteuerung auf N/A gesetzt wird, wird N/A in der Indikatoren-Übersicht angezeigt, aber auf dem jeweiligen Tabellenblatt erscheint die effektive Note (1, wenn nicht eingetragen wurde).
Welche Note wird effektiv berücksichtigt?

Es ist so, dass die beiden Noten nicht übereinstimmen, da bei Übersteuerung auf der „Übersicht“ keine Rückkoppelung ins entsprechende Tabellenblatt erfolgt. Für die Berechnung der Kriterien-Noten werden nur die anwendbaren Indikatoren berücksichtigt.



* Kann eine Beantwortung z. B. in einer Checkliste (z. B. Vorgabe 1) wieder geändert werden, obwohl kein eigentliches "leeres Feld" zur Auswahl steht?

Eine Eingabe von Ja oder Nein kann jederzeit mittels der „Delete-Taste“ gelöscht werden.

Standard / Label

Was ist der Unterschied zwischen einem Standard und einem Label?

Ein Standard ist eine einheitliche oder weithin anerkannte Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen, die sich gegenüber Anderen durchgesetzt hat.
Ein Label ist ein Gütesiegel, anhand dessen potenzielle Nutzniesser die zu erwartende Qualität eines Produktes (eines Gebäudes) oder einer Dienstleistung verlässlich abschätzen können. Als registrierte Marke dient ein Label auch dem Schutz eines Standards.



Wird aufbauend auf dem SNBS ein Label eingeführt?

Die Frage einer Labelentwicklung und -Trägerschaft wird zurzeit innerhalb des Netzwerks NNBS diskutiert. Ein entsprechender Grundsatzentscheid liegt noch nicht vor.

Nutzung / Nutzungsart

Können mit dem Standard auch andere Nutzungen beurteilt werden?

Mit dem Standard werden vorerst die Nutzungsarten Wohnen und Verwaltung abgedeckt. Eine Erweiterung auf weitere Nutzungen (wie z.B. Schulen oder Verkauf) sind zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Jedoch treffen viele Kriterien für weitere Nutzungsarten auch zu, so dass der SNBS auch für weitere Gebäudekategorien schon heute einen Nutzen bringen kann.

Sanierung / Modernisierung / Bestand

Kann der Standard auch bei der Sanierung/Modernisierung eines bestehenden Gebäudes angewendet werden?

Der Standard lässt sich grundsätzlich für Neubauten und bestehende Gebäude anwenden. Er kann aber auch im Bestand oder als Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf eine Modernisierung/Sanierung eingesetzt werden. Mit den meisten der Indikatoren lässt sich somit auch eine Gebäudesanierung beurteilen.



Welcher Zustand wird bei einer Sanierung betrachtet? geht es um den Zielzustand nach erfolgter Sanierung, geht es um das Objekt im Zustand vor der Sanierung oder um die Massnahmen der Sanierung selbst?

Der Standard beurteilt einen Zustand, also das Gebäude vor und/oder nach der Sanierung. Die eigentlichen Sanierungsmassnahmen werden nicht beurteilt.



Wie wird ein bestehendes Gebäude im Standard abgebildet?

Der Standard kann auch für bestehende Bauten eingesetzt werden. Für den Bestand sind jedoch nicht alle Indikatoren relevant oder anwendbar. Die Anwendung ist im Kriterienbeschrieb entsprechend erwähnt.
Das Tool ermöglicht eine Gesamtbeurteilung eines bestehenden Gebäudes, unter Berücksichtigung der relevanten Indikatoren.

Betrieb

Kann mit dem Standard auch der Betrieb einer Immobilie beurteilt werden?

Der Standard beschreibt primär einen Baustandard, welcher die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Betrieb schaffen soll. Die Zielsetzungen eines nachhaltigen Betriebs sind in mehreren Kriterien des Standards implizit enthalten (z. B. Partizipation, Betriebskonzept, Mess- und Zählkonzept, systematische Inbetriebnahme etc.).
Einzelne Indikatoren beurteilen den späteren Betrieb während der Projektphase (z.B. Abschätzung Bedarf an Betriebsenergie), andere die effektiv erreichten Werte nach Realisierung oder im Betrieb (z.B. Schadstoff-Konzentrationen in der Raumluft). Die vom späteren Nutzer geführten Betriebsprozesse selbst werden jedoch nicht betrachtet.

Auszeichnung / Zertifizierung

Wie wird vermieden, dass keine Altbauten mit hohem Energieverbrauch mit dem Standard ausgezeichnet werden?

Der Standard zeichnet grundsätzlich keine Bauten aus. Dies wäre die Aufgabe eines späteren Labels. Er macht hingegen klare Aussagen zur Qualität eines Gebäudes hinsichtlich seinem Beitrag an eine Nachhaltige Entwicklung. Ein Altbau weist oft einen grossen gesellschaftlichen Wert auf, welcher einem allfällig hohen Energieverbrauch in einer Gesamtbetrachtung gegenübergestellt werden muss.

Beurteilung / Methodik

Weshalb wird für ein neues und ein bestehendes Gebäude dieselbe Beurteilungsskala eingesetzt?

Es wird eine einheitliche Beurteilungsskala für Neubau und Bestand eingesetzt. Das Ergebnis ermöglicht so eine Vergleichbarkeit hinsichtlich des Beitrag zur Nachhaltigkeit. Der Vorteil dieses Vorgehens liegt insbesondere darin, dass der Bestand in Bezug zu einem zukunftsweisenden Gebäude betrachtet werden kann. Bei einer allfälligen Modernisierung kann auch erkannt werden, in welchen Bereichen man sich um wie viel verbessert (oder verschlechtert) hat.



Kann die Bestnote 6 erreicht werden?

In einer Gesamtbetrachtung kann die Bestnote 6 aufgrund bestehender Zielkonflikte nicht erreicht werden. Der Referenzrahmen für ein Nachhaltiges Gebäude wird u.a. auch aus der Pilotphase resultieren.



Wie werden die Themen, Kriterien und Indikatoren gewichtet?

Der Standard geht davon aus, dass kein normatives Nachhaltigkeitsverständnis existiert und immer Abwägungen und Gewichtungen unter den einzelnen Themen erforderlich sind. Für den Standard werden die drei Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt als gleich wichtig betrachtet. Auch die 12 definierten Themen haben aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung dieselbe Bedeutung. Die Kriterien sind nicht gewichtet. Auf Stufe Indikator wurden von den Sachauftragnehmern einzelne Gewichtungen vorgenommen (Gewicht 1 bis max. 3).



In welchen SiA-Phasen lässt sich der Standard anwenden?

In der Regel, je früher desto besser. Der Bezug zu den einzelnen SIA-Phasen geht aus den einzelnen Kriterienbeschrieben hervor.



Weshalb sind die für eine Zielerreichung erforderlichen Planungsleistungen nicht Teil des Standards?

Der Standard definiert, wenn immer möglich und sinnvoll, ein Ziel, jedoch nicht den Weg zum Ziel. Als Grundlage für die Leistungsbeschriebe im Planungsprozess soll weiterhin die SIA 112/1 verwendet werden.



Muss eine Beurteilung durch Fachspezialisten erfolgen?

Der Standard ist so aufgebaut, dass die Beurteilung in der Regel vom beauftragten Planer oder Planungsteam vorgenommen werden kann. Dabei kann auf die gängigen, von Spezialisten erbrachten Grundlagen/Nachweise abgestützt werden (Energie-, Schallschutznachweis, etc.). Bei grösseren oder komplexeren Bauvorhaben wird der Beizug von Spezialisten empfohlen.

Aufwand / Kosten

Wie gross ist der zeitliche Aufwand für die Beurteilung eines Gebäudes?

Je nach Zielsetzung, vorhandener Datenbasis und Gebäudegrösse ist eine einmalige Beurteilung in 5 bis 10 Arbeitstagen möglich.



Resultieren aus einer Umsetzung des Standards für ein Gebäude höhere Investitionskosten?

Über den Lebenszyklus betrachtet sollten keine höheren Kosten anfallen. Mit dem Standard wird eine Optimierung der Lebenszykluskosten eines Gebäudes angestrebt.

Innovationen

Lässt der Standard Innovationen in Planung und Bau zu?

Der Standard soll Innovationen ermöglichen und zukunftsweisende Impulse auslösen. Auch Spielräume für Abwägungen sind im Standard vorhanden und sollen motivieren, architektonisch ansprechende und wirtschaftlich optimierte Lösungen zu finden. Auch dafür werden möglichst nur Ziele vorgegeben und nicht der Weg dazu.

Gesetze / Normen

Wie erkennt man, ob ein Kriterium oder ein Indikator ein Gesetz erfüllt oder nicht?

Der Bezug zu allfälligen Gesetzen und Vorgaben sind im jeweiligen Kriterienbeschrieb aufgeführt. Die Beurteilung erfolgt grundsätzlich nach den aus Sicht der Nachhaltigkeit definierten Zielsetzungen. Es kann also sein, dass ein Gebäude die heutige Gesetzgebung zwar erfüllt, jedoch trotzdem «nur» mit einer Note 3 oder 4 beurteilt wird.



Warum werden die bereits gesetzlich geregelten Themen auch im Standard abgebildet?

Der Standard umfasst die aus Sicht der Nachhaltigkeit für ein Gebäude relevanten Themen, auch wenn diese bereits auf Stufe Gesetz oder Norm definiert sind.

SIA 112/1

Wie ist die SIA 112/1 zukünftig einzusetzen?

Der Standard baut auf der SIA 112/1 auf und beinhaltet die meisten der in der SIA 112/1 enthaltenen Themen. Die SIA 112/1 soll weiterhin als Grundlage für die Leistungsbeschriebe im Planungsprozess Und als Hilfsmittel für die Planung von nachhaltigen Gebäuden eingesetzt werden. Eine Überarbeitung/Weiterentwicklung der SIA 112/1 ist zurzeit in Prüfung und wird mit dem SNBS Koordiniert.

Minergie / Labels

Werden die Standards vom Minergie im SNBS abgebildet?

Der Standard basiert sowohl auf Elementen von MINERGIE (z.B. Energieeffizienz) wie auch MINERGIE-ECO (z. B. Bauökologie, Gesundheit). Weitere Ausführungen können der Broschüre oder den Kriterienbeschrieben entnommen werden.

Suffizienz

Suffizienz ist ein wichtiges Element, um die gesetzten Ziele einer 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Wie wird die Thematik im Standard berücksichtigt?

Die Suffizienz wird in einzelnen Indikatoren indirekt abgebildet. So wird z.B. für Verwaltungsbauten ein Flächeneffizienzfaktor eingesetzt (Kriterium 104). Auch die Umsetzung der Zielsetzungen aus dem SIA-Effizienzpfad Energie leisten dazu einen Beitrag (Kriterien 301, 302).

*/** Gesellschaft

Kriterium 101, Indikator 1
Das Kriterium 101 ist gemäss Kriterienbeschrieb auch für den Bestand (also Bauten ohne Bauvorhaben) anwendbar. Ist dies korrekt, da es sich ausschliesslich um Fragen handelt, die einen Planungsprozess betreffen? Wie sollen diese Fragen beurteilt werden? 

Das Kriterium 101 ist wie im Kriterienbeschrieb aufgeführt, im Bestand anwendbar. Die Fragen behandeln nicht einen Planungsprozess, sondern die Situation, bevor mit der Planung begonnen wird. Das bestehende Gebäude wird anhand der heutigen Situation beurteilt. Die Antworten werden so dokumentiert, dass sie für Dritte nachvollziehbar sind. 



* Kriterium 104, Indikator 1
Für die Berechnung des Flächeneffizienzfaktors wird auf die "Bruttogeschossfläche BGF nach SIA 416" verwiesen. Diese gibt es jedoch nicht. Wie ist hier zu verfahren?

Anstatt der Bruttogeschossfläche BGF ist hier mit der Geschossfläche (GF) gem. SIA 416 zu rechnen. Der Indikator müsste exakt folgendermassen lauten. «Der "Flächeneffizienzfaktor" des Gebäudes ist das Verhältnis der Nutzfläche NF zur Geschossfläche GF (überdeckt und in voller Höhe umschlossen, NF und GF gem. SIA 416).»



** Kriterium 104, Indikator 3 (Verwaltung)
Beim Vorgehen im Beurteilungstool wird beschrieben, dass bei der Wahl von „Nein“ für Vorgabe 1 nur eine der Vorgaben 2 oder 3 ausgewählt werden kann und anschliessend alle Vorgaben 4 bis 10. Wenn nun z.B. Feld 3 gewählt wird, können anschliessend trotzdem die Felder 4 bis 10 nicht mit „Ja“ beantwortet werden. Wie ist damit umzugehen?

Das Tool kann trotzdem korrekt resp. der Situation entsprechend ausgefüllt werden, wenn entgegen der Empfehlung beim Vorgehen die Vorgaben 4 bis 10 zuerst beantwortet und erst anschliessend die Vorgaben 1 bis 3 ausgefüllt werden.
Die Antwort für Vorgabe 1 bis 3 kann gelöscht, die Antworten für die Vorgaben 4 bis 10 ausgefüllt und dann wieder die Vorgabe 1 bis 3 auf „Ja“ gesetzt werden. So erhält man ein korrektes Resultat für den Indikator 3.



Kriterium 106, Indikator 2 (Wohnen auf Deutsch) 
Im Kriterium 106, Indikator 2 werden die Bonuspunkte für den Schutz des privaten Aussenbereichs durch bauliche Elemente vor Einblicken fälschlicherweise abgezogen statt dazu gezählt. Dies verfälscht das Resultat (Benotung 5-1=4 statt 5+1=6). Wie muss die Eingabe nun gemacht werden?

Wie interne Tests gezeigt haben, liegt das Problem bei den Feldern für 2 EP bis 8 EP in Zeile 130, das Feld 1 EP rechnet richtig. Werden nun für die Felder 2 EP bis 8 EP einfach negative Vorzeichen eingegeben, so wie nachfolgend dargestellt, sollte es wieder funktionieren und richtig zusammenzählen. Somit können die Malusabzüge und Bonuszuschreibungen trotz Fehlerbezug im Tool berücksichtigt werden. 

Korrekturen im Tool werden erst nach der Pilotphase vorgenommen. 





* Kriterium 106, Indikator 4 (Verwaltung)
Was wird unter den Begriffen Zellenbüro Dreibund, Nebenräume im Innenbund und Traubenstrukturen bei Grossraumbüros zu verstehen? 

Zur Erläuterung der Begriffe:





* Kriterium 107, Indikator 4
Für ein Gebäude, das gemäss SIA 181 nur eine Nutzungseinheit hat, besteht im Beurteilungstool keine Auswahlmöglichkeit dazu. Sollten in diesem Fall nicht N/A ausgewählt werden können? Im MINERGIE ECO-Tool kann die gleiche Situation mit N/A bewertet werden. 

Die nicht zutreffenden Fragen (bezüglich „zwischen Nutzungseinheiten“) sind zurzeit mit Mindestanforderungen und mittlerer Punktzahl zu beantworten. Somit wird sichergestellt, dass kein negatives Ergebnis resultiert aufgrund ungenügender Auswahlmöglichkeiten.

*/** Wirtschaft

Kriterium 201, Indikator 1
Für welche Phasen kann mit dem integrierten LCC-Tool gerechnet werden und ab welcher Phase muss mit dem IFMA-Tool gerechnet werden?

Die vereinfachte Berechnung (im Beurteilungstool integriert) gilt nur für die SIA-Phasen 1 und 2. Ab Phase 3 ist das IFMA-Tool anzuwenden. Diese Information ist im Kriterienbeschrieb zu finden.



** Kriterium 201, Indikator 1
Für die Berechnung der Lebenszykluskosten mit dem IFMA-Tool ist nicht klar, welcher Wert  übernommen werden soll. Sind es die "Jährlichen Kosten statisch Betrachtungszeitraum 60 Jahre" oder die "Gesamtkosten statisch Betrachtungszeitraum 60 Jahre"?

Im SNBS-Beurteilungstool sind die „Gesamtkosten statisch Betrachtungszeitraum 60 Jahre“ einzusetzen.



** Kriterium 201, Indikator 1
Welche Parameter sollen im IFMA-Tool im Sinne der Vergleichbarkeit eingesetzt werden für:
- Kalkulationszinssatz (nominal)
- Preissteigerung Bau (nominal)
- Preissteigerung Verwaltung und Dienstleistungen (nominal)
- Preissteigerung Ver- und Entsorgung (nominal)

Es sind folgende Werte einzusetzen
- Kalkulationszinssatz (nominal): Wohnen: 3% / Verwaltung: 3.5%
- Preissteigerung Bau (nominal): Wohnen: 2% / Verwaltung: 2%
- Preissteigerung Verwaltung und Dienstleistungen (nominal): 1% (belassen)
- Preissteigerung Ver- und Entsorgung (nominal): 6% (belassen)



Kriterium 201, Indikator 1
Welche Kosten müssen für die LCC bei einem Bestandsgebäude angegeben werden?

Lebenszykluskosten ist nur für Neubauten Wohnen und Verwaltung anwendbar. Für Sanierungen oder Bestandsbauten Wohnen wie Verwaltung ist dieser Indikator nicht anwendbar. Entgegen der aktuellen Information im Kriterienbeschrieb Wohnen. 



Kriterium 201, Indikator 1 (Verwaltung) 
Welche Fläche müssen für die Reinigung einer Doppelglasfassade, bei Doppelfassade mit vorgehängter Scheibe und dahinterliegender dichter innerer Fassade mit öffenbaren Fenstern berechnet werden?

In Zeile 115 Fensterfläche wird die gesamte äussere Fläche der vorgehängten Scheibe berechnet.
In Zeile 117 Glasfläche innen, werden die gesamte innere Fläche vorgehängten Scheibe sowie äussere Fläche der öffenbaren Fenster plus innere Fläche der öffenbaren Fenster berechnet.



Kriterium 201, Indikator 2
Warum ist das Kriterium 201, Indikator 2 für Bestandsbauten nicht anwendbar? 

Der Indikator 2 Betriebskonzept ist für Neubau wie für Bestand sowohl für die Nutzung Wohnen und Verwaltung anwendbar. Entgegen der aktuellen Information im Kriterienbeschrieb Wohnen. 



* Kriterium 202, Indikator 1
Wie ist der Lageklassenschlüssel als Annäherung an die Landwertkosten anzuwenden? Der Lageklasseschlüssel gibt eine Noten-Bewertung, im Tool muss jedoch ein Frankenbetrag eingegeben werden.

In „Das Schweizerische Schätzerhandbuch“ können direkt Prozentsätze aus einer Tabelle abgelesen werden. Dieser Prozentsatz gibt den Anteil des Landwerts am Neuwert bzw. Gebäudeversicherungswert des Gebäudes an.
Sonst kann der Landwertanteil folgendermassen aus der Lageklasse berechnet werden: Landwert in % des Neuwertes = LK*k/[1-(LK*k), mit k=6,25% Bsp.: LK=6.6 (aus Kriterium 209) ergibt (6.6*0.0625)/[1-(6.6*0.0625)]=0.7021 -> 70.21%. 



** Kriterium 204, Indikator 1 (Wohnen)
Wie ist die Vermietungssituation in einem Mehrfamilienhaus zu ermitteln, wenn die Mehrheit der Wohnungen verkauft ist und der andere Teil vermietet? Wie wird hierbei eine nicht verkaufte Wohnung berücksichtigt?

Die Berechnung kann wie folgt erstellt werden:
(Fläche der vermieteten Wohnungen + Fläche der verkauften Wohnungen) / Gesamtfläche aller Wohnungen, dann das Resultat mit 100 Multiplizieren und über die Eingabe Variante 2 ins Tool eingeben.



* Kriterium 204, Indikator 3
Ist in der Spalte „Ertrag (CHF/a m2)“ die Brutto- oder Nettomiete einzutragen?

Für den Ertrag wird die Nettomiete (Miete ohne Nebenkosten) eingesetzt.



* Kriterium 205, Indikator 1
Wo ist die Liste der Knotenbahnhöfe zu finden?

Die Liste der Knotenbahnhöfe steht hier zum herunterladen bereit.



* Kriterium 206, Indikator 1
Woher bekommt man Angaben zu der Bevölkerungsentwicklung der letzten 10 Jahre für die MS Region? Gibt es ebenfalls eine Zusammenstellung für die Daten von 2003?

Die Tabelle für die Ständige_Wohnbevölkerung_MS-Regionen steht hier zum Download bereit. Die Daten sind mittels beiden Registerblättern ermittelbar.



** Kriterium 206, Indikator 5 und 6
Offensichtlich wurden bei der BFS-Statistik - interaktive Statistikdatenbank – die Daten aktualisiert. Somit können die Daten für das Kriterium 206 Indikator 5 und 6 nicht mehr wie bis anhin nachgeschlagen werden. Wie ist damit umzugehen?

Um den Indikator 206.5 beantworten zu können, müssen die Daten von 2008 berücksichtigt werden. Sie können hier entnommen werden.
Für den Indikator 206.6 wird die prozentuale Veränderung zwischen den Jahren 2001 und 2008 gerechnet.
Der im Kriterienkatalog erwähnte Pfad für die Beantwortung des Indikators 7 bleibt gültig.



* Kriterium 207, Indikator 1 (Verwaltung)
Ist bei dieser Frage das mittlere Mietzinsniveau für Verwaltungsbauten in der Schweiz gemeint oder in der Gemeinde gemeint?

Die Angaben im Kriterienbeschrieb und im Excel-Tool sind tatsächlich widersprüchlich. Wie im Kriterienbeschrieb angegeben, ist der Sinn dieses Kriteriums die Attraktivität der Bürolage einzuschätzen, daher sollte hier das mittlere Mietzinsniveau auf Ebene der Gemeinde oder einer ähnlichen Gebietseinheit angegeben werden. Einige mögliche Datenquellen sind im Kriterienbeschrieb genannt.



* Kriterium 209, Indikator 1
Wie funktioniert die Beurteilung und Punktevergabe für die Tabelle "Entwicklungsperspektiven"? Was ist in die blauen Felder einzutragen (wann, welche Punktzahl)? 

Hier geht es tatsächlich darum, die Anzahl der Massnahmen einzutragen. Für jede Massnahme kann man also Anzahl 1 annehmen.

Bsp.: Die Strassen in einem Wohngebiet werden auf Tempo 30 reduziert, zusätzlich wird es in einem Jahr eine Taktverdichtung von 30 auf 15 Minuten bei der S-Bahn geben. Im Zuge der Taktverdichtung wird eine zusätzliche Buslinie eingeführt, die das Quartier bedient.

Bei Aufwertung:
- In der ersten Zeile bei Verkehr wäre im blauen Feld eine „2“ einzutragen (Tempo 30 und Taktverdichtung = 2 Massnahmen)
- In der zweiten Zeile wäre eine „1“ einzutragen (zusätzliche Buslinie = 1 Massnahme). 
Bei Abwertung: 
Das gleiche gilt für die Abwertungen, der Wegfall einer Haltestelle oder Streichung einer Buslinie würden jeweils als 1 Massnahme gezählt, wenn beide eintreffen -> Anzahl = 2.
Das sind sicher die einfacheren Aspekte. Bewertet werden können hier jedoch auch Punkte wie Erweiterung von Nationalstrassen, Fluglärm durch Veränderung von Anflugschneisen etc. Zu finden sind diese Angaben zum Beispiel in Richtplänen oder durch Internetrecherchen.



* Kriterium 209, Indikator 1 (Verwaltung)
Im Tool Verwaltung wie Wohnen werden die gleichen 5 Punkte gemäss Lageklassenschlüssel abgefragt. Der Punkt 3 betrifft spezifisch Wohnen. Muss für diesen Punkt nicht die Beurteilung nach Lageklassenschlüssel „Büro, Gewebe, Verkauf“ herangezogen werden obwohl im Tool „Wohnlage“ vermerkt ist?

Im Tool Verwaltung ist der Punkt 3 als „Geschäftslage“ zu bewerten.



* Kriterium 210, Indikator 1
Sobald man im Beurteilungstool ein Kreuz bei den beiden Kategorien "Wertschöpfung der vorgesehenen Arbeitsplätze" und "Bezug Vorleistungen in der MS Region" gesetzt hat (unabhängig davon, welche Einstufung man vornimmt), erzielt man jederzeit die Bestbenotung. Ist das richtig?

Es ist folgendes zu beachten:

Tool Wohnen: 
Der Indikator wird nur richtig berechnet, wenn Kriterium 206 bereits komplett ausgefüllt ist, da es eine Verknüpfung zwischen den beiden Kriterien gibt. 

Tool Verwaltung: 
Hier ist die Anzahl der Arbeitsplätze in der MS-Region mit einer 1 vorausgefüllt. Diese Zahl muss von Hand eingegeben werden. Ist dies erfüllt, rechnet das Beurteilungstool korrekt. Trotzdem wird darauf hingewiesen, dass das Tool sehr sensibel auf die Grösse des Objektes und die Grösse der MS-Region reagiert. In Zürich z. B. müssen viele Wohnungen gebaut werden, damit es eine gute Bewertung gibt.



** Kriterium 210, Indikator 1
Gemäss den FAQ wird für Indikator 210.1 (Verwaltung) auf die Liste Bevölkerung und Beschäftigte im Jahr 2011 via Direktlink verwiesen. Welche Spalte ist nun mit Anzahl Arbeitsplätzen gemeint? Handelt es sich um die Spalte Beschäftigte oder um die Spalte Vollzeitäquivalente?


Hier ist die Beschäftigtenzahl einzusetzen.



* Kriterium 210, Indikator 1 (Verwaltung)
Worauf bezieht sich die Kategorie "Anzahl Arbeitsplätze in der MS Region"? Auf die Anzahl der Arbeitsplätze nur bezogen auf das neue Gebäude oder alle existierenden Arbeitsplätze des Unternehmens in der MS Region?

Gemeint ist hier die Anzahl aller Arbeitsplätze (aller Unternehmen) in der MS-Region.
Ein Hilfsdokument für die Erarbeitung dieses Indikators steht auf der NNBS-Website unter „FAQ, Kategorie Wirtschaft“ zum Herunterladen bereit.



Kriterium 210, Indikator 1 (Wohnen)
Wo findet man die Daten zu den Haushaltsgrössen der MS-Region um die erforderlichen durchschnittlichen Haushaltsgrössen zu ermitteln?

Es wurde festgestellt, dass das BFS derzeit noch nicht über flächendeckende Informationen zu den Haushalten aus der neuen Statistik STATPOP verfügt. Aufgrund dessen ist mit den Angaben aus der Karte „Durchschnittliche Haushaltsgrösse, 2011“ unter diesem Link zu rechnen.
Die Angaben sind nach Kanton abzulesen.

*/** Umwelt

** Kriterium 301, Indikator 2
Die Eingaben der Zeile 102 betreffend den Geschirrspüler (Antwort Ja/ Nein) bewirkt eine Veränderung in der gewichteten Energie der Kategorie Heizwärme und der Kategorie Kälte. Wie und mit welcher Begründung stehen diese Berechnungen in einem Zusammenhang?

Auf den ersten Blick mag das seltsam sein. Aber weil man die Eigenproduktion und den Bezug separat betrachtet, spielt der gesamte Verbrauch in die Zahlen hinein – er verändert nämlich den Anteil zwischen Eigenproduktion (der bleibt ja fest, wenn es welchen gibt) und Bezug (der verändert sich in Abhängigkeit des Verbrauchs, falls Eigenproduktion



*Kriterium 301, Indikator 2
Bei einem Objekt, das mit einer Wärmepumpe (WP) beheizt wird, ist bei Heizwärme "Elektrizität" oder "Sonne, Umweltwärme, Geothermie" zu wählen? 
Was ist für die Nutzenergie einzugeben – der Strombedarf der WP oder der Wärmebedarf des Gebäudes? Was ist als Wirkungsgrad einzugeben – der COP der WP?

Eine Wärmepumpe ist als "Sonne, Umweltwärme, Geothermie" einzugeben. Die Nutzenergie beinhaltet den Wärmebedarf des Gebäudes (z. B. im MINERGIE-Antrag: = benötigte Wärme * EBF) und als Wirkungsgrad ist die Jahresarbeitszahl der WP einzugeben.



Kriterium 301, Indikator 2 Energiebedarf für Beleuchtung (Wohnen)
Für Wohnnutzung gibt es nach SIA 380/4 keine konkreten Anforderungen (Grenzwerte) an die Beleuchtung. Die Beleuchtung wird grösstenteils von den Nutzern selber mitgebracht. Also muss wohl mit Standardwerten gearbeitet werden. Welcher Standardwert für den spezifischen Elektrizitätsbedarf ist anzunehmen und welche Flächen müssen mitberücksichtigt werden?

Im Beurteilungstool Wohnen, Kriterium 301, Indikator 2 Energiebedarf für Beleuchtung wird nur die allgemeine Beleuchtung erfasst. Nur die Flächen ausserhalb der Wohnungen sind zu rechnen, dafür dann alle, welche eine Beleuchtung aufweisen. Da man für den Tageslichtnachweis sowieso eine Berechnung machen muss, wird es kaum zusätzlichen Aufwand geben, wenn man z.B. mit Relux Energy CH auch den Energieverbrauch berechnet. 
Für diese allgemeine Beleuchtung wird mit einem spez. Elektrizitätsbedarf von 13 kWh/m2 gerechnet. Diese 13 kWh/m2 wären nur als „Budget“ in den ersten zwei Phasen (Vorstudien/Vorprojekt) einzusetzen, da man dann ja noch nichts Genaueres über die Leuchten weiss.



* Kriterium 301 Indikator 3
Nach Eingabe eines Projektwertes (Resultat-Übertrag aus SIA-Merkblatt 2039) bleibt die Benotung bei 1, unabhängig vom eingebebenen Wert. Wo liegt das Problem?

Nach Eingabe eines Projektwertes aus Berechnung SIA-Merkblatt 2039 ist sicherzustellen, dass die korrekte Einheit (Zelle AJ143) angewählt wird. Das Excel-Tool 2039 stellt die Resultate in MJ/m2 dar, dementsprechend ist im SNBS-Tool die Einheit anzupassen.



** Kriterien 301 und 302
Wie werden die Gewichtung- resp. die Gewichtungsfaktoren der Indikatoren 1 bis 3 berechnet?

Die Gewichtungsfaktoren der Kriterien 301 und 302 sind dynamisch, da alle Indikatoren dieselbe physikalische Einheit besitzen und ein korrekter Zusammenzug dies berücksichtigen muss. Für die Berechnung der Gesamtkriteriennote werden hier deshalb nicht die Noten der einzelnen Indikatoren berücksichtigt, sondern die effektiven Resultate der einzelnen Indikatoren. Im Kriterienbeschrieb der Kriterien 301 und 302 ist explizit erwähnt, dass die Ergebnisse auf Indikatorebene rein informativ sind. So entspricht der Gewichtungsfaktor der Indikatoren des Kriteriums 301 dem Anteil der Energie des Indikators im Vergleich zum Gesamtenergiebedarf und ist somit projektabhängig.
Ein Beispiel: Ergebnis Kriterium 301 in kWh/m2*a = 150 und Ergebnis Indikator 1 in kWh/m2*a = 100 gibt einen Gewichtungsfaktor Indikator 1 von 100/150= 0.6



* Kriterium 303 Indikatoren 2 und 3
Wie werden die Kriterien 303.2 und 303.3 im Bestand bewertet? Vor 30 Jahren gab es keinen RC-Beton und auch kein FSC-Holz und es ist auch schwer zu eruieren, welcher genaue Dämmungstyp verbaut wurde. Sind diese Indikatoren für den Bestand (älter als 10 Jahre) anwendbar? Wie wird dies beurteilt?

Diese Vorgaben beziehen sich ausschliesslich auf neu verbaute Bauteile. Für eine Bewertung des Bestands sind diese Vorgaben mit N/A zu beantworten, entgegen der aktuellen Information im Kriterienbeschrieb.



Kriterium 306, Indikator 1

Kann das Kriterium 306 Flora und Fauna auch für Bestandsbauten (Nutzung Wohnen wie Verwaltung) angewendet werden?

Ja, das Kriterium 306 Indikator 1 Flora und Fauna kann, entgegen der aktuellen Information im Kriterienbeschrieb, auch für Bestandsbauten (Nutzung Wohnen wie Verwaltung) angewendet werden. Es gibt einfach keine Veränderung zwischen vorher und nachher, da zweimal die gleichen Angaben eingesetzt werden.



Kriterium 307 Indikator 1
Im Kriterienbeschrieb Wohnen ist bei besagtem Kriterium unter «Werkzeuge/Hilfsmittel» eine Dokumentation zum Excel-Tool «Zersiedlungstool für Gebäude» erwähnt. Was ist das für ein Excel-Tool, dieses «Zersiedlungstool für Gebäude»? Ist damit die Excelbewertung im Excel-SNBS-Tool gemeint? Im Folgenden der Ausschnitt zum Kriterium 307 ist von einer Dokumentation zum Excel-Tool «Zersiedlungstool für Gebäude die Rede. Wo findet man die erwähnte Dokumentation? 

Im Kriterium 307 Landschaftszersiedlung sind sämtliche zu beantwortenden Fragen Excel-SNBS-Tool integriert. Es gibt somit kein separates Zersiedlungstool wie fälschlicherweise im Kriterienkatalog vermerkt ist. Eine ergänzende Dokumentation zum Ausfüllen der fünf Fragen wird auf der Website NNBS „Standard SNBS“ zur Verfügung gestellt. 



* Kriterium 307 Indikator 1 (Verwaltung)
Es wird nach Bruttobürofläche gefragt. Diese Flächenbezeichnung gibt es aber offiziell nach der Norm SIA 416 nicht. Wie ist damit umzugehen?

Hier ist die Nutzfläche gemeint.



** Kriterium 307, Indikator 1
Bei der Eingabe des Kriteriums fällt auf, dass die Auswahl der Lage des Grundstücks „Suburban“ ein schlechteres Ergebnis liefert als „Streusiedlung“. Wie ist dies begründet?

Streusiedlungsgemeinden haben per Definition eine grosse Streuung der Siedlungsflächen. Da die gewichtete Zersiedelung aber drei Aspekte berücksichtigt (Siedlungsfläche, Streuung und Ausnützung der Fläche) ist hier der Beitrag zur Zersiedelung geringer als in suburbanen Gemeinden. In Streusiedlungsgebieten sind die Einzelgebäude zwar weit gestreut, aber es sind nur wenige. In suburbanen Gemeinden sind die Siedlungsflächen aber gross ausgedehnt. Dies ist ganz deutlich ein stärkerer Beitrag zur Zersiedelung als nur die Streuung allein. Bei der exakten mathematischen Berechnung der Zersiedelung zeigt sich dies ganz deutlich. Keine der Streusiedlungsregionen der Schweiz hat eine höhere Zersiedelung als suburbane Gebiete.



** Kriterium 307, Indikator 1
Wie ist die Lage „Historisch“ definiert? Trifft dies auch zu, wenn sich einige historische Gebäude in der unmittelbaren Umgebung befinden oder ist diese Lage nur gegeben, wenn es sich um eine Lage mit ausschliesslich historischer Bebauung handelt?

Historisch bezieht sich zu aller erst auf die Lage des Gebäudes. Wenn es in einem Dorf- oder Stadtkern gelegen ist, der bereits vor 1900 errichtet wurde ist die typische Bebauungsdichte in fast allen Fällen sehr hoch. In den meisten Fällen handelt es sich dann auch um ein Gebäude aus dieser Periode. Ein (Ersatz)Neubau in solch einem Gebiet kann dann ebenfalls zu dieser Kategorie gezählt werden, auch wenn sein Bauzeitpunkt erst später erfolgt ist. Wichtig ist hier die typische hohe Bebauungsdichte (z.B. Altstadt von Bern, Zürich, Liestal, Poschiavo, etc.).



Werden die Umweltbelastungspunkte (UBP) im Standard berücksichtigt?

Da zurzeit in einzelnen Bereichen noch aktuelle Ökobilanzdaten und Erfahrungswerte fehlen, sind die UBP in der ersten Version des Standards nicht enthalten. Bei grösseren Bauvorhaben wird hingegen empfohlen, die Umweltbelastungspunkte auf der Basis der bestehenden Hilfsmittel (KBOB, eco-invent) zu berechnen.

* Energie

Weshalb wird nur die Primärenergie nicht erneuerbar beurteilt und nicht differenziert nach Strom, Heizwärmebedarf etc.?

Der Standard setzt auf eine Gesamteffizienz des Gebäudes und hat sich deshalb für Kriterien entschieden, welche das Gebäude insgesamt betrachten. Die spezifischen gesetzlichen Anforderungen für den Heizwärmebedarf von Gebäuden, für strombetriebene Geräte und für Leuchtmittel sind bereits heute hoch und werden zukünftig noch verschärft.



Weshalb wird die Energieeffizienz eines Gebäudes nicht explizit beurteilt?

Es wird die Gesamteffizienz des Gebäudes betrachtet. Die Kriterien 301 und 302 mit den Indikatoren «gewichtete Energie», «Primärenergie n.e.» und «Treibhausgasemissionen» beinhalten jedoch Vorgaben zu «Wärme», «Kälte», «Beleuchtung» etc. und ermöglichen damit u. a. auch Aussagen zur Energieeffizienz.



Werden die wissenschaftlichen oder energiepolitischen Gewichtungsfaktoren berücksichtigt?

Die Kriterien 301 und 302 beurteilen die Primärenergie nicht erneuerbar, respektive die Treibhausgasemissionen auf wissenschaftlicher Basis (Datengrundlage KBOB Ökobilanzdaten).
Mit dem Indikator «gewichtete Energie» (Kriterium 301 PE n.e.) wird die Methodik von MINERGIE mit den nationalen energiepolitischen Gewichtungsfaktoren in den Standard aufgenommen. Es sind somit beide Betrachtungen möglich.



* Kompatibilität des SNBS mit dem sia Merkblatt 2040

Der SIA-Effizienzpfad Energie (MB 2040) gilt für Gebäude, für welche eine Bilanz für die nicht erneuerbare Primärenergie und die Treibhausgasemissionen erstellt werden soll. Die Berechnung der Bilanz für die nicht erneuerbare Primärenergie und die Treibhausgasemissionen kann für Neubauten und Umbauten von ganzen Gebäuden und von Gebäudeteilen erfolgen. Die Bilanz der nicht erneuerbaren Primärenergie und der Treibhausgasemissionen eines Gebäudes umfasst Erstellung, Betrieb und Mobilität. Sie umfasst den ganzen Lebensweg, d.h. die Erstellung, den Betrieb, allfällige Ersatzinvestitionen und die Entsorgung. Für die drei Gebäudekategorien Wohnen, Büro und Schulen werden Zielwerte für die nicht erneuerbare Primärenergie und die Treibhausgasemissionen angegeben. Zusätzlich werden pro Gebäudekategorie für Erstellung, Betrieb und Mobilität unverbindliche Richtwerte angegeben. Für die Berechnung in der Vorstudien-/Vorprojekt-Phase steht eine Rechenhilfe als Excel-Tool und entsprechende Standardwerte für Kalkulation der Betriebsenergie zur Verfügung.

Die Berechnungen zum SNBS im Bereich Umwelt Kriterium 301 und 302 – für nicht erneuerbare Primärenergie und die Treibhausgasemissionen – basieren auf den Ergebnissen der SIA 2040. Die Ergebnisse im SNBS werden jedoch nicht an den Zielwerten der SIA 2040 gemessen, sondern an einer eigens für die Notengebung definierten sechsstufigen Skala beurteilt. Die Werte für die Bestnoten 5- 6 entspricht zirka den Zielwerten aus SIA 2040. Im SNBS-Tool kann für die Betriebsenergie zwischen Primärenergie nicht erneuerbar und gewichtete Energie ausgewählt werden. Die Kompatibilität zum SIA-Effizienzpfad Energie ist nur mit der Wahl von Primärenergie nicht erneuerbar (im Indikator 2) gegeben.

Auf die Bereiche Gesellschaft und Wirtschaft geht der SIA-Effizienzpfad Energie nicht explizit ein.

Die Bezugsgrösse (in SIA 2040) für die nicht erneuerbare Primärenergie und die Treibhausgasemissionen eines Gebäudes ist für alle Bereiche (Erstellung, Betrieb, Mobilität) die Energiebezugsfläche AE gemäss SIA 416/1. Die Werte im SNBS werden auf die gleichen Flächen wie SIA 2040 bezogen.

Ein Gebäude das gemäss den Anforderungen der SIA 2040 geplant und optimiert wird, bringt aus energetischer Sicht die besten Voraussetzung mit sich, im Beurteilungstool des SNBS im Bereich Umwelt ebenfalls gut bewertet zu werden. 

Europa

Ist der Standard SNBS auf die aktuellen Entwicklungen im EU-Raum abgestimmt?

Im Standard SNBS sind die relevanten Themen des Nachhaltigen Bauens enthalten. Auch wurde gezielt auf bewährten Elementen von ausländischen Zertifizierungssystemen (wie z.B. DGNB) aufgebaut. Durch den Einbezug eines Experten wurde sichergestellt, dass die im EU-Raum relevanten Entwicklungen und Themen auch in den SNBS einfliessen.

Landschaftszersiedelung

Kriterium 307 Landschaftszersiedelung

Dokumentation zum Excel Landschaftszersiedelungstool für Gebäude

Mitglieder: