angle-left Vier Schweizer Gebäudelabels arbeiten enger zusammen

Die vier Schweizer Gebäudestandards respektive -labels GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone), Minergie, 2000-Watt-Areale und Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS Hochbau werden künftig enger zusammenarbeiten. Dies haben die Trägerorganisationen in einer Absichtserklärung Ende April 2020 festgehalten.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, Synergien zu nutzen, Doppelspurigkeiten abzubauen und die erreichte hohe Qualität aufrecht zu erhalten. Die vier eigenständigen Labels werden von Bund, Kantonen und der Wirtschaft getragen. Zusammen bilden sie die «Gebäudelabel-Familie Schweiz», die vom Bundesamt für Energie Anfang 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Labels stärken, Bewertung harmonisieren, Leistungen koordinieren
Die Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit wurden in einer Ende April 2020 unterzeichneten Absichtserklärung festgeschrieben. Sie enthält unter anderem folgende Ziele:

  • Die Labels leisten einen möglichst grossen Beitrag zu den Zielen der Energie- und Klimapolitik sowie der Strategie Nachhaltige Entwicklung des Bundesrats.
  • Die Labels sollen im Markt stärker nachgefragt und zu selbsttragenden Geschäftsmodellen werden. Die bekannten und erfolgreichen Marken werden weitergeführt.
  • Die Labels werden transparent positioniert, klar voneinander abgegrenzt, modular aufgebaut und marktgerecht gestaltet. Die Bewertungsmethoden sollen harmonisiert werden.
  • Die Leistungen der Träger- und Zertifizierungsorganisationen werden koordiniert und auf die Marktbedürfnisse abgestimmt.
  • Aufgaben wie Administration, Kommunikation und Marketing, Zertifizierung, Qualitätssicherung, Aus- und Weiterbildung sollen möglichst gemeinsam erbracht werden.
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung sollen verstärkt genutzt werden.

EnergieSchweiz unterstützt diese Anstrengungen. Weitere Impulse soll auch die «Charta Gebäudelabels Schweiz» liefern, die die Partnerorganisationen am 12. Mai 2020 publizieren.

Die Partner
Der Verein GEAK entwickelt und bewirtschaftet den «Gebäudeenergieausweis der Kantone», einen schweizweit einheitlichen Gebäudeenergieausweis gemäss Energiegesetz. Der GEAK bewertet die Qualität der Gebäudehülle und die gesamte Energieeffizienz eines Gebäudes. Zum GEAK Plus gehört zusätzlich ein Beratungsbericht, der energetische Sanierungsvarianten vorschlägt und bewertet. Bis Ende 2019 wurden über 80 000 GEAK ausgestellt, 28 000 davon sind GEAK Plus.

Der Verein Minergie definiert seit 1998 in enger Abstimmung mit Bund, Kantonen und der Wirtschaft die Schweizer Standards für energieeffiziente und komfortable Gebäude. Die drei Basisstandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A sind mit dem Eco-Zusatz für eine ökologische und gesunde Bauweise kombinierbar. Für die Bau- und Betriebsphase stehen die MQS-Produkte (Minergie Qualitätssystem) zur Verfügung. Bis Ende 2019 erhielten über 47 000 Objekte ein Minergie-Zertifikat.

Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS hat mit dem SNBS Hochbau ein übergreifendes Konzept für das nachhaltige Bauen in der Schweiz geschaffen. Er deckt das Gebäude an sich und den Standort im Kontext seines Umfeldes ab. Der Standard ermöglicht es, die Bedürfnisse von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt gleichermassen und möglichst umfassend in Planung, Bau und Betrieb mit einzubeziehen. Bis Ende 2019 wurden über 380 Gebäude nach dem SNBS Hochbau gebaut und acht Gebäude zertifiziert.

Das Zertifikat «2000-Watt-Areal» zeichnet Siedlungsgebiete aus, die sich für den Klimaschutz einsetzen und nachhaltig mit Ressourcen umgehen. Es bewertet die gesamte Entwicklung, von der Erstellung bis zum Betrieb. Das Zertifikat basiert auf der Kernidee einer laufenden Evaluation der energetischen Aspekte von Arealen und berücksichtigt auch die Mobilität. Anfang 2020 waren in der Schweiz 33 Areale zertifiziert. 22 davon als «2000-Watt-Areal in Entwicklung», bereits 7 erhielten die Auszeichnung «In Betrieb» und 4 das Zertifikat «In Transformation».

 

Medienmitteilung Bundesamt für Energie vom 12.05.2020.

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