FAQ - häufig gestellte Fragen zum SNBS Hochbau

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Das Online-Tool steht Fachleuten zur freien, unverbindlichen und kostenlosen Benutzung offen. Sie können damit Projekte in allen Entwurfsstadien erfassen und bewerten, ohne dass Sie sich für eine Zertifizierung anmelden müssen. Experimentieren ist also erlaubt und ausdrücklich auch erwünscht.

Falls Sie sich früher oder später doch für eine Zertifizierung entscheiden, können Sie sämtliche Vorabklärungen, Berechnungen übernehmen und ohne Datenverluste weiterbearbeiten. Ihre Daten sind selbstverständlich geschützt und nicht durch Dritte einsehbar. Wenn Sie den Objektstandort nicht als Adresse hinterlegen möchten, können Sie einen anonymisierten Standort eingeben. Den Zugang zum Online-Tool erhalten Sie über die Registrierung.

Die Hilfs-Tools sind vor allem für die Unterstützung beim Zertifizierungsprozess gedacht. Sie sollen es Fachleuten erleichtern, die hierfür erforderlichen Werte zu berechnen oder Dokumente zu verfassen. Die Hilfs-Tools können Sie bei der Zertifizierungsstelle SGS für Fr. 250.- (Stand Februar 2019) erwerben. Bezugsquelle www.sbns-cert.ch.

Wenn Sie den SNBS Hochbau für die freie Beurteilung Ihres Bauprojekts verwenden (Neubau – Umbau) und Fragen haben: Besuchen Sie bitte zuerst www.snbs.ch, dort finden Sie viele nützliche Informationen und Hilfsmittel. Sind Sie nicht fündig geworden, schreiben Sie eine Mail an die Geschäftsstelle.

Wenn Sie Fragen zur Zertifizierung haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Kontaktstellen von SGS in Zürich, Genf und Locarno. Die Koordinaten finden Sie auf www.snbs-cert.ch.

Sie haben vertieftes technisches Know-how im Bereich der einzelnen Indikatoren und Messgrössen und möchten sich aktiv in die weitere Entwicklung des Standards einbringen? Dann treten Sie dem Experten-Pool der Standardorganisation bei. Hierfür schreiben Sie bitte eine Mail mit einem kurzen Lebenslauf an die Geschäftsstelle. Legen Sie bitte auch allenfalls vorhandene Interessenbindungen (Verbindung zu Produkten, Prozessen, Interessengruppen etc.) offen. Transparenz ist eine wichtige Voraussetzung für die konstruktive Arbeit am Gesamtsystem SNBS.

Der Standard Nachhaltiges Bauen besteht aus 45 Indikatoren und ca. 120 Messgrössen. Bei der freien Verwendung des Standards können Sie Indikatoren und Messgrössen absolut frei anwenden, gewichten oder bestimmte Indikatoren weg lassen - ganz nach Belieben. Es gibt bereits viele Firmen und Organisationen, die basierend auf dem SNBS ihre eigenen, individuell angepassten Konzepte und Umsetzungshilfen für das nachhaltige Bauen geschaffen haben. Wenn Sie aber zertifizieren wollen, müssen Sie jedoch den gesamten Satz der standardisierten Indikatoren verwenden.

Der SNBS ist ein ideales Instrument für Gemeinden und Städte bei der Umsetzung der kommunalen Energie- und Nachhaltigkeitspolitik. Er eignet sich als neutrale Vorgabe für Gestaltungs- und Sondernutzungspläne oder als Anforderungskatalog beim Neubau oder der Erneuerung von kommunalen Bauten.

Der SNBS unterstützt die Auslober von Wettbewerben in verschiedener Hinsicht. Er dient als Grundlage für die Entwicklung des Wettbewerbsprogramms und für die Beurteilung der einzelnen Wettbewerbsbeiträge. Das NNBS führt eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe «Nachhaltigkeit in Wettbewerben». Sie unterstützt derzeit die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) bei der Entwicklung einer Empfehlung zum Thema «Nachhaltigkeit in Architekturwettbewerben». Das Netzwerk vermittelt gerne auch Fachleute, die Sie in Wettbewerben unterstützen; wenden Sie sich hierfür bitte per Mail an die Geschäftsstelle.

Kosten

Wenn Sie nach SNBS bauen und zertifizieren, können Mehrkosten bei folgenden Positionen entstehen:

1. Zertifizierungskosten: Wie hoch sie ausfallen, können Sie verlässlich aus der Preisliste der Zertifizierungsfirma SGS herauslesen.

2. Beratungskosten: In der Regel braucht es fürs Bauen nach Standards eine Fachbegleitung. Sie ist federführend bei der Bearbeitung von Nachhaltigkeitsthemen und beim Führen der erforderlichen Nachweise. Der Aufwand hierfür muss offeriert und budgetiert werden, ähnlich, wie es auch bei der Qualitätssicherung durch einen Bauherrenvertreter der Fall ist.

3. Zusätzliche Investitionskosten: Wie viel mehr ein nachhaltiges Projekt kostet, hängt vom Niveau ab, das erreicht werden soll. Beispiel Energie: Ist im Basisprojekt bereits eine Wärmepumpe mit Erdsonden vorgesehen, die mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird, dann erfüllt dieses System bereits die Anforderungen des SNBS. Zusatzkosten fallen dann nicht an. Soll das Gebäude aber zusätzlich noch mit Solarkollektoren ausgerüstet werden, dann entstehen Mehrkosten.

Um wie viel höher die Investitionskosten eines SNBS-Projekts insgesamt (also über die Positionen 1 bis 3) sein werden, lässt sich nicht allgemeingültig beziffern. Die Mehrkosten variieren von Projekt zu Projekt und hängen auch davon ab, auf welche Stufe zertifiziert werden soll. Unter guten Rahmenbedingungen können bei grossen Projekten 1 bis 2 % der Gebäudekosten (BKP2) veranschlagt werden. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen und kleinen Projekten können sie gegen 5 % betragen. Diese Kosten gilt es aber mit den Lebenszykluskosten in Relation zu setzen. Erfahrungsgemäss reduzieren kluge Investitionen in die Nachhaltigkeit die Betriebskosten eines Gebäudes.

In der Praxis kommt es vor, dass unerfahrene Projektteams und Unternehmen überhöhte Angebote machen. Es lohnt sich also, die Bestellung möglichst präzise zu formulieren und erfahrenes Team zu suchen.

Natur und Landschaft

Gemäss Kriterium 306 sind grundsätzlich alle einheimischen Arten toleriert. Die Frage ist vielmehr, ob eine Baumart das künftige Klima am jeweiligen Standort verträgt. Dies hängt im Wesentlichen davon ab, wie heiss, wie trocken, wie stürmisch etc. es dort sein wird. An Strassen oder an stark belasteten Standorten in Städten wirken zusätzlich Abgase, Streusalz, Bodenverdichtung etc. auf Bäume ein.

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass es keine generell gültigen Baumlisten geben kann. Nützlich sind aber Listen, die zeigen, wie sich die Arten hinsichtlich Klimafitness, Trockenheitstoleranz, Winterhärte und Stadtstresstoleranz unterscheiden. Das ist insofern wichtig, als heute gepflanzte Bäume mit all diesen Einflüssen in den nächsten 50 oder 100 Jahre klarkommen müssen. Die Berner Fachhochschule hat ein Faktenblatt herausgegeben, das eine solche Liste enthält.

Bei der Umgebungsplanung geht es also darum, die Entwicklung des Klimas und die vorhandenen Stressfaktoren für Pflanzen zu analysieren und dann gemeinsam mit Fachleuten zu entscheiden, welche Arten verwendet werden können und sollen.

Klar sollen primär einheimische Arten verwendet werden. An Extremstandorten, also etwa im Strassenraum, kann es aber durchaus sinnvoll sein, Arten zu verwenden, die heute in wärmeren und trockeneren Regionen heimisch sind. Dabei soll aber darauf geachtet werden, dass es sich dabei um europäische Arten handelt, die auch auf natürliche Weise zu uns gelangen könnten. Zudem darf auf keinen Fall grossflächig immer die gleiche Art verwendet werden. Mit dem Klimawandel werden Bäume anfälliger auf Krankheiten. Auch die Schädlinge respektive deren Vielfalt wird zunehmen. Verwenden wir beispielsweise in einem Park immer die gleiche Art, geht bei einem Befall der gesamte Bestand verloren.

Landschaftsarchitekten und Gartenbauern verfügen nicht automatisch über vertieftes Wissen bezüglich Verwendung von einheimischen und klimaangepassten Arten. Je nach Hintergrund und Ausrichtung spielt bei ihnen oft das Gestalterische die zentrale Rolle. Wenn ihr Gartenbauer nicht auf nachhaltige Umgebungsgestaltung spezialisiert ist, lohnt es sich, ihm eine Fachbegleitung zur Seite zu stellen.

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Frau Herr